ÄTNA (Concert)

ÄTNA (Concert)

Auf einer 90er-Jahre-Euro-Trash-Partys im Dresdener Club Mensa lernen sich Inéz und Demian 2012 kennen. Beide sind zum Studieren nach Dresden gekommen. Sie Gesang, er Schlagzeug. Sie ist Schweizerin mit spanisch-jüdischen Wurzeln, er kommt aus der westdeutschen Provinz. Man sollte mal was zusammen machen, beschließen sie schnell. In der Folge spielen ÄTNA auf den wichtigen Tastemaker Festivals im In- und Ausland, waren auf Tour in Russland, spielen in Istanbul, London, in Slowenien, Tschechien, Estland und in diesem Jahr beim Montreux Jazz Festival. Für eine deutsche Band ist das gigantisch.
ÄTNA klingen ungefähr so: Fever Ray trifft Grimes in der Semperoper. Auf der Bühne steht ein Klavier. Die Analogeffekte sind direkt eingemischt. Hallschleifen, Effekte und Delays werden live gefahren, nichts ist automatisiert. Ihre Stimmverfremdungen wirken wie das Gegenteil von Autotune, weil sie eben nichts gerade zerren, sondern der beeindruckenden Stimme von Sängerin Inéz sogar noch mehr Tiefe hinzufügen.
Die neue Single „Come to Me“ handelt von der Lust an der Lust. Keine Liebe, keine Verpflichtungen. Selbst ist die Frau. Und bestimmt. ÄTNA spielen auch in ihren Songs mit Geschlechterrollen, ganz bewusst lassen sie Grenzen verschwimmen und brechen sie auf. Der Song dazu klingt, wie die Comeback-Single von The Knife 2022 klingen sollte: Eine brutal nach vorne preschende Snare und ein orchestrales Gesangs-Sample beschleunigen den Song durch Haarnadelkurven, über lange Geraden und plötzliche Breaks in ein krachig-noisiges Finale.
Aus Versatzstücken ganz unterschiedlicher Strömungen und Genres erschaffen sie eine im besten Sinne avantgardistische künstlerische Position. Sie sind ein kreatives Duo auf Augenhöhe.
ÄTNA verbinden Fashion, Bühnenbilder, Design mit ihrer Musik, tragen monochrome Bühnenkostüme, liefern visuell beeindruckende Videos zu ihrer Musik. Ein weiter Raum, voll mit weissen Würfeln. Funktionale Farben und Formen. Ihr Logo sieht aus, als wäre es von Wassily Kandinsky in Dessau gestaltet worden. Und nicht nur dieses Logo erinnert an die Philosophie des Bauhauses. Sie haben schon in der Bundeskunsthalle in Bonn gespielt und spielen im Februar nächsten Jahres im Museum Grassi in Venedig. Gerade planen ÄTNA ein Virtual-Reality-Konzert. Und ein Fotoshooting, das mit Gender-Rollen brechen soll. All das passiert zeitgleich. Retro und Avantgarde. ÄTNA sind ein Gesamtkunstwerk – und damit eben auch ganz klar Pop. „Sich eine eigene Welt zimmern“ nennen die beiden das ganz lakonisch. Montreux Jazz Festival oder Coachella? ÄTNA haben sich entschieden: Beides. In Montreux waren sie schon.

Das Konzert von ÄTNA findet statt im Rahmen des Förderprojekts 'music hub germany'. Das Projekt wird gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.


Fr 23.10 22:12

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