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Cologne Music Conference 2019
Cologne Music Conference 2019

Rund 190 Akteur*innen aus der Kölner Kulturszene, Politik und Verwaltung waren am 21. Oktober in den Kölner Stadtgarten gekommen, um vor dem Hintergrund der neuen Kulturentwicklungsplanung die Lage der Kölner Kultur und speziell der Musik zu diskutieren.

Katja Hermes von Sound Diplomacy stellte das Music City Manual vor, das Strategien zur Entwicklung einer Musikstadt versammelt. Ihrer Einschätzung nach ist Köln in vielen Bereichen bereits auf einem guten Weg – ein besonderer Fokus sollte künftig darauf gelegt werden, die Räume für Künstler*innen und Kreative zu sichern. Neben Clubs gehören dazu auch Proberäume und Studios, wo Künstler*innenkarrieren ihren Anfang nehmen. Im anschließenden Panel „We built this city on music“ bekundeten Hans Nieswandt (Institut für Pop-Musik), Suzie Kerstgens (Klee), Keshav Purushotham (Keshavara) und Oliver Minkh (MINKH), dass sie als Künstler*innen in Köln eine Heimat gefunden haben, in der sie privat verwurzelt und beruflich gut vernetzt sind. „Wir können uns über Köln als Standort nicht beschweren“, brachte Hans Nieswandt es auf den Punkt. Er regte zudem an, in Köln ein künstlerisch ausgerichtetes Pop-Institut zu gründen, das Anziehungs- und Strahlkraft entfalten könnte.

Thore Debor vom Clubkombinat Hamburg stellte in seinem Impulsvortrag das Hamburger Club-Kataster vor, das u.a. als Frühwarnsystem dienen soll, um künftige, für Musikclubs relevante Entwicklungen in der Stadtplanung zu erkennen – ein solches Kataster ist auch für Köln bereits in Auftrag gegeben.

Susanne Laugwitz-Aulbach (Beigeordnete Dezernat Kunst und Kultur der Stadt Köln) und Markus Greitemann (Beigeordneter Dezernat für Stadtentwicklung, Planen und Bauen der Stadt Köln) sicherten im zweiten Panel „Entwickeln, planen, schützen“ zu, dass sie sich für den Schutz von Kulturräumen einsetzen werden. Durch geeignete Maßnahmen soll in Zukunft schon im Vorfeld verhindert werden, dass Kulturorte durch heranrückende Wohnbebauung bedroht werden – die Sicherung von Kulturräumen gehört dann zu den Rahmenbedingungen, mit denen ein Investor planen muss und kann.

Das dritte Panel wurde eingeleitet von einem Impulsvortrag von Melike Öztürk, die die vielfältigen Aktivitäten des Musicboard Berlin insbesondere direkt für Musiker*innen selbst vorstellte. In der folgenden Paneldiskussion über „Netzwerke und ihre Bedeutung“ wurde deutlich, dass Kreative gemeinsam mit einer starken Stimme ihre Interessen gegenüber der Politik deutlich machen sollten, um mehr Gehör zu finden. Von „Türen eintreten“ sprach Lorenz Deutsch, Mitglied des Landtags. Norbert Oberhaus, Geschäftsführer der cologne on pop GmbH, stimmte zu, dass es auf Seiten der Kreativen zuweilen an Vernetzung und Abstimmung fehle. Auf Seiten der Politik seien Angebote für die Musikwirtschaft wiederum oft nicht gut genug aufeinander angestimmt, da sie bei verschiedenen Ministerien und Institutionen angedockt seien, es fehle die klare Linie. Er erklärte, dass er mit der Landespolitik und anderen Institutionen in der Diskussion über die Gründung eines MusicOfficeNRW sei, das eine koordinierende Funktion in und für NRW einnehmen könnte.