Becky Sikasa

Becky Sikasa

Becky Sikasa

24. April,
18:00–18:45

Club of Heroines* @
Pattenhalle

Was ist Zuhause? Als Becky Sikasa vier Jahre alt ist, sitzt sie neben ihrer Mutter im Musikzimmer des Elternhauses am Klavier, spielt die ersten Noten, singt gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Bruder: „Meistens Spirituals, ‚My Lord what a morning‘ und sowas, aus einem dünnen, ausgefransten Notenheft.“ Das Musikzimmer im Elternhaus in Augsburg brennt irgendwann ab, das musikalische Zuhause aber bleibt. Sikasa findet die Prince-Platten von ihrem Vater, lernt erst Klavier, dann Geige wie ihre Tante, später Gitarre, und beginnt Texte zu schreiben, die sie bis heute mit Bleistift in dünne Schulhefte notiert.

Die Inspiration für ihre Songs bekommt sie aus Alltagsbeobachtungen, Szenen aus dem Leben, Kunst und Literatur. So wurde beispielsweise „Work of Love“ inspiriert von „Die Kunst des Liebens“ vom deutschen Philosophen Erich Fromm. Sikasa knüpft diese Momente an sich selbst. Steigt tief hinab in ihr Innerstes, gießt ihre Gedanken in Wörter und trägt sie nach außen – mit einer Stimme ebenso vielseitig, wie geerdet. Mühelos webt sie ihre Harmonien zusammen mit den farbenfrohen Arrangements zu stöbernden, dynamischen off-pop Tracks. Organische R’n’B-Produktionen aus warmen Gitarren und Klavierakkorden geben ihr Raum zum Erzählen. So wie auf ihrem Beitrag für sustrans zum Black History Month: Wo sie die Zuschauer*innen mitnimmt, auf eine audio-visuelle Reise durch Sprache, Identität und dem Aufwachsen als person of colour im ländlichen Deutschland.

Ihr Umzug 2012 nach Schottland schleift ihe Songwriter-Skills: Sikasa’s erstes Projekt dort beginnt mit der Idee einen Monat lang jeden Abend ein Konzert in Edinburgh zu geben.

Sie spielt Dutzende von Konzerten, von urigen Pubs und niedlichen Cafés bis hin zu schäbigen Clubs und Festivals. Geschrieben werden die Songs abseits von all dem Trubel. Alleine in der Nacht, befreit von allen Erwartungen an den Tag, blinkendem Display und überraschenden Anrufen.

Dann geht es wieder um diese Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und Verbindung. Darum mehr zu sein, als nur eins. Um den Glauben daran, zwischen all den Kategorien ein Zuhause zu finden. Ein Zuhause in der Musik. Für Becky Sikasa und für alle, die zuhören.

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